
Wer von Maidbronn aus in die Stadt fährt, ist in 15 Minuten am Residenzplatz. Die folgende Route hat sich bei uns über Jahre eingespielt: sie lässt sich an einem entspannten Tag laufen, ohne dass man am Abend platt ist.
Sieben Stationen, ungefähr 4 km zu Fuß, plus eine kurze Auffahrt zur Festung. Wer mag, hängt das Käppele als Achten dran. Wir empfehlen, früh zu starten (Residenz öffnet um 9 Uhr) und die Mittagspause am Main zu machen.
UNESCO-Welterbe seit 1981. Im Treppenhaus hängt das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt von Tiepolo: 19 × 32 m, rund 677 m², allein dafür lohnt die Reise. Spiegelkabinett und Kaisersaal nicht verpassen. Hinter dem Schloss der Hofgarten, kostenlos zugänglich, perfekt für einen ersten Kaffee.
Von der Residenz die Hofstraße runter, vorbei am Falkenhaus mit seiner Rokoko-Fassade direkt auf den Marktplatz. Die Marienkapelle hat am Portal Adam-und-Eva-Figuren von Tilman Riemenschneider: die Originale stehen heute im Museum für Franken (auf der Festung Marienberg), am Bau sind Kopien. Zwischendurch: ein Bratwurstbrötchen vom Stand am Markt.
Der Kiliansdom ist romanisch: wuchtig, klar, vom Krieg gezeichnet und wiederaufgebaut. Direkt nebenan das Neumünster mit der Grabkapelle des Heiligen Kilian. Wer Skulptur liebt: im Dom hängen Bischofsgrabsteine aus dem 13. bis 18. Jahrhundert, eine kleine Kunstgeschichte im Vorbeigehen.
Der ikonische Moment des Tages. Auf der Brücke stehen zwölf barocke Heiligenfiguren, und an beiden Brückenköpfen schenken kleine Weinstuben Frankenwein im Bocksbeutel-Glas aus. Tradition: das Glas wird mit aufs Brückengeländer genommen, man trinkt im Stehen mit Blick auf die Festung. Pause vor dem Aufstieg.
Über die Tellsteige zu Fuß hoch oder die saisonale Kulturlinie 9 nehmen. Oben thront die Festung. Im Museum für Franken stehen die echten Riemenschneider-Figuren: Adam, Eva, Madonnen, Apostel. Aus dem Fürstengarten der schönste Blick auf die Stadt. Hinweis: das Fürstenbaumuseum ist seit 2021 dauerhaft geschlossen. Schwerpunkt liegt heute auf dem Museum für Franken.
Unten am Mainufer reihen sich Weinstuben aneinander. Wir mögen das Bürgerspital (eigenes Weingut, fränkische Küche, große Auswahl an Silvaner), die Juliusspital-Weinstuben (eleganter, aktuell teilweise im Umbau: vorher kurz prüfen), das Backöfele (urig, mit Holzofen) und den Stachel, eines der ältesten Wirtshäuser Würzburgs. Ganz neu und absolut empfehlenswert: das Restaurant „Zeit am Stein" oberhalb der Stadt mit modern interpretierter Küche und Blick über die Weinberge. Reservieren ab 18 Uhr lohnt sich.
Wer noch Energie hat: die barocke Wallfahrtskirche von Balthasar Neumann auf der gegenüberliegenden Mainseite. Der Aufstieg geht über Kreuzweg-Stationen. Oben einer der besten Stadtblicke Würzburgs und meistens überraschend leer, weil die Touristen-Massen unten bleiben.
Wir empfehlen Dienstag bis Freitag außerhalb der Sommerferien. Da ist die Stadt voller Leben, aber nicht überlaufen. Samstags ist Markt, dann Mittag bewusst draußen einplanen. Adventszeit ist magisch (Weihnachtsmarkt am Marktplatz), aber dann nicht „an einem Tag", eher zwei.
„Wir hatten unterschätzt, wie viel man an einem Tag in Würzburg sehen kann, ohne dass es hetzt. Der Brückenschoppen am Nachmittag war unser Highlight."
Welche Stationen Sie auslassen sollten, hängt davon ab, was Sie interessiert, wir geben Ihnen vor Ort gerne eine persönliche Variante mit.